Veranstaltung im Fokus

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Mississippi. An Anthropocene River

02.April 2019

image © Harold N. Fisk

Die ikonische Landschaft des Mississippi mit seinen unzähligen Flusswindungen, ist fester Bestandteil der Folklore der Vereinigten Staaten. Zugleich ist der Fluss zu einem Symbol für den prägenden Einfluss des Menschen auf seine Umwelt geworden. Der Mississippi – vor seinem massiven Ausbau im 20. Jahrhundert weitestgehend eine Auenlandschaft – hat sich zu einem bedeutenden Industrie- und Landwirtschaftskorridor entwickelt, der das Landesinnere der USA durchschneidet.

Mississippi. An Anthropocene River ist ein Projekt vom Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Der Begriff „Anthropozän“ verweist auf ein geologisches Zeitalter, in dem der Mensch einen vorherrschenden Einfluss auf Klima und Umwelt ausübt. Der Mississippi steht exemplarisch für dieses Phänomen: Er ist ein Ökosystem im ständigen Wandel, ein kulturelles Einzugsgebiet, eine hoch frequentierte Wasserstraße für Ressourcen und Güter und ein Schadstoffauffangbecken. Er ist ein Symptom des radikalen Eingriffs des Menschen in seine Umgebung und eignet sich damit in besonderer Weise als Untersuchungsobjekt.

Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen des Menschen auf Gesellschaft und Umwelt zu untersuchen. Durch Feldforschung sollen Ansätze entwickelt werden, um den Prozess abzufedern. An fünf Feldstationen – die sich von Minneapolis bis New Orleans über die gesamte Länge des Flusses erstrecken – werden ökologische und soziale Veränderungen am Fluss analysiert.

Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen, Künstler und Aktivisten arbeiten gemeinsam an neuen Ansätze für Forschung und Bildung und berücksichtigen dabei die besonderen Gegebenheiten und Probleme der Region.

Mississippi. An Anthropocene River wurde im Juni 2018 mit einem Symposium am Weisman Art Museum der University of Minnesota eröffnet. In St. Louis kamen die Projektpartner zusammen um Zwischenbilanz zu ziehen und die Aktivitäten für 2019 zu planen.

Das erste von zwei Feld-Seminaren fand im vergangenen Monat statt. Studenten, Forscher und Künstler erkundeten regionale Industriestandorte bei einer Exkursion zu Raffinerien und Uranlagerstätten und nahmen an einem Kartierungsworkshop teil. In einem sich anschließenden Online-Seminar soll nun ein neuer Bildungslehrplan für den Mississippi formuliert werden. Anfang September findet ein weiteres abschließendes Feld-Seminar an der Tulane University in New Orleans statt.

Für alle, die einen Beitrag zur der anstehenden Feldstudie im September leisten möchten: ein Bewerbungsaufruf für Forscher aller Fachrichtungen, Künstler und Umweltaktivisten endet am 15. April 2019.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Feldstationen und weitere Möglichkeiten, sich an dem Projekt zu beteiligen, finden Sie hier.

Mississippi. An Anthropocene River wird vom Haus der Kulturen der Welt (HKW) und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) entwickelt, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern in den USA, Deutschland und international. Mississippi. An Anthropocene River ist Teil des Anthropocene Curriculum – eines übergreifenden internationalen Projekts für experimentelle Formen anthropozäner Forschung und Lehre.

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